Austausch und Kennenlernen

Erstmals trafen sich indische Ordensleute aus dem Bistum Münster zu einem Begegnungstag. In Telgte gehörte unter anderem ein Rundgang durch den Wallfahrtsort zum Programm.

Ungewohnte Klänge schallten aus dem Telgter Lokal. Erstaunte Blicke wurden gewechselt, gepaart mit einer großen Portion Neugierde, wer denn wohl hinter diesem Gesang steckte... Es waren 32 indische Schwestern und Priester, die am 1. Dezember beim „Ersten Begegnungstag für indische Ordensleute“ ihren Dank an Gott für das gemeinsame Essen durch ein Lied in ihrer Landessprache zum Ausdruck brachten - und damit für Aufsehen bei den anderen Gästen sorgten.

Ein Tag, der ganz im Zeichen der Begegnung, des Austausches und der Vernetzung stand. „Dem Bistum ist dies wichtig“, betonte Birgit Klöckner, Ordensreferentin in der Abteilung Orden, Säkularinstitute und Geistliche Gemeinschaften des Bistums Münster und Mitorganisatorin. „Die indischen Priester und Ordensleute haben einen großen Anteil an der Seelsorge. Dieser Tag ist gedacht als Wertschätzung und als Dank.“ Gleichzeitig sollte er eine Plattform bieten für Begegnungen, Gebet und Glaubensaustausch. Auch war es ein Anliegen des Bistums zu erfahren, wie es den Menschen aus einem anderen Kulturkreis geht, was sie brauchen und sich wünschen, um sich heimisch zu fühlen.

Die Idee zu diesem Ordenstag kam von den indischen Ordenschristen selber. Auslöser war eine Vesper beim Katholikentag im vergangenen Mai in Münster, die sie als „Kloster zum Mitbeten“ gestaltet hatten. „Da haben wir erstmals gesehen, dass es über 180 Ordensleute aus Indien im Bistum gibt“, berichtete Pater Ephrem, der in einem kleinen Benediktinerkonvent mit zwei indischen Mitbrüdern in Telgte wohnt und seit einem Jahr auch im Ordensrat tätig ist. Die Vesper sei ein so tolles Erlebnis gewesen, dass der Wunsch geäußert wurde, einen Begegnungstag für indische Ordensfrauen und -männer durchzuführen. Einen Ordenstag für alle Orden unterschiedlicher Nationalitäten gibt es bereits im Bistum.

„Die Initiative ging von den indischen Ordensleuten aus. Wir vom Ordensreferat haben uns dann zusammen mit dem Ordensrat entschieden, diesen Tag durchzuführen“, erläutert Klöckner. Der „Ordensrat“, vertritt die Anliegen und Interessen aller Ordensleute und Mitglieder von Säkularinstituten im Bistum Münster. Neben Pater Ephrem ist noch Schwester Milta von indischer Seite dabei. Sie beide sind die Sprecher der über 180 indischen Ordensleute aus 25 Kongregationen, die im Bistum Münster tätig sind.

In unterschiedlichen Bereichen des Bistums sind die indischen Ordenschristen aktiv: Die Ordensmänner arbeiten als Priester in den Pfarreien, die meisten Schwestern in der Kranken- oder Altenpflege, einige auch als Küsterinnen und Pförtnerinnen oder im Internat auf der Loburg, wie Schwester Milta. „Mit Propst Michael Langenfeld haben wir zu Beginn einen Gottesdienst in der Marienbasilika gefeiert, bevor wir mehr über Telgte und seine Geschichte als Wallfahrtsort erfahren haben“, berichtete Schwester Milta.

Am wichtigsten war ihr, „Energie zu tanken, sich auszutauschen und einander kennenzulernen.“ Nach der Besichtigung der Krippenausstellung im RELiGIO, dem Westfälischen Museum für religiöse Kunst, kamen alle Teilnehmenden noch einmal bei Kaffee und Kuchen zusammen und waren sich einig: So einen Tag sollte es öfter geben.

Text: Jürgen Flatken

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