Maristen aus Recklinghausen beten für die Nutzer im „Haus der Seelsorge“

In der Kapelle ihres Klosters nehmen die Maristenbrüder Frater Franz-Xaver Graf, Frater Winfried Schreieck und Frater Bernward Weber (von links) während ihrer Stundengebete im Juli die Fürbitten der Nutzer des Bistumsportals „Haus der Seelsorge“ in ihre Gebete auf. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Die Bitten der Menschen in ihr Gebet aufzunehmen, ist für die drei Maristenbrüder in Recklinghausen nicht ungewöhnlich. „In der Nähe unseres Klosters steht die Anna-Maria-Hoffnung-Kapelle, die wir betreuen. Dort werden auch immer wieder Gebetszettel abgelegt“, berichtet Frater Winfried Schreieck. Im Juli werden er und seine beiden Mitbrüder Frater Bernward Weber und Frater Franz-Xaver Graf die Fürbitten der Nutzer des Bistumsportals „Haus der Seelsorge“ auch in ihren Gebetszeiten vor Gott bringen.

Ihr Zuhause, in dem als Gäste noch Pastoralreferentin Schwester Dorothy Lopes sowie drei Flüchtlinge leben, liegt in unmittelbarer Nähe zur Maristenrealschule. „Sie war übrigens die erste Schule, die unser Orden in Deutschland gegründet hat“, erzählt Frater Winfried. Das war 1914. Während der nationalsozialistischen Diktatur verkauften die Brüder die Schule und das Gebäude wurde als Lazarett genutzt. Nach dem Krieg erwarb der Orden das Gebäude zurück, später errichteten sie einen Neubau, in dem 1954 die Schule zunächst als reine Jungenschule mit 57 Schülern in zwei Klassen wieder eröffnet wurde. Heute besuchen rund 475 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassen die Realschule, die sich seit Mitte der 90er Jahre in bischöflicher Trägerschaft befindet.

Frater Winfried lebt seit einem Jahr wieder in Recklinghausen. „Ich war von 1996 bis 2008 schon als Lehrer an der Schule tätig“, berichtet der 76-Jährige. Sein 64-jähriger Mitbruder Frater Franz-Xaver unterrichtet als einziger Ordensmann noch an der Schule. Seine Fächer: Physik, Religion und Erdkunde. Zudem ist er in der Schulseelsorge tätig. Auch wenn Frater Winfried nicht mehr aktiv ist, führt ihn sein Weg jeden Vormittag in die Schule. „Unsere vier Schulen in Deutschland sind inzwischen alle in die Trägerschaft der jeweiligen Diözese. Uns ist es aber ein Anliegen, dass sie noch mit den Maristen und ihren Anliegen in Verbindung gebracht werden“, erklärt der Hausobere.

Das drückt sich auch in der „Maristenbibel“ aus, die 2017 an den Schulen des Ordens entstanden ist. „In Recklinghausen haben wir das Evangelium nach Lukas gestaltet“, sagt Frater Winfried und schlägt die Bibel auf. Lehrer, Schüler und Eltern haben gemeinsam die Seiten mit Texten und Bildern ausgeschmückt. „Das ist mehr als eine schöne Erinnerung für die Kinder. Auch in den Schulgottesdiensten, die Pfarrer David Formella wöchentlich mit uns feiert, hat er immer diese Bibel dabei“, freut sich der Ordensmann.

Um dem Ordensgründer Marcellin Champagnat (1789 bis 1840) und seiner Philosophie näher zu kommen, macht sich das Kollegium der Maristenrealschule in den Herbstferien auf den Weg nach Südfrankreich, genauer nach La Valla. „Das Ziel des 1999 heiliggesprochenen Marcellin war es, die Kinder vor allem auf dem Land zu unterrichten, denn dort hatten sie bedingt durch die Französische Revolution kaum Möglichkeiten, sich zu bilden“, berichtet Frater Winfried.

Vor allem der Leitsatz des Gründers „Um ein Kind erziehen zu können, muss man es lieben“ hat Frater Winfried sein Berufsleben lang geprägt.  Denn die Maristen verstehen die Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensort. „Fünf Leitlinien kennzeichnen unser Leben und unsere Arbeit: Liebe zur Arbeit, Präsenz, Einfachheit, in der Weise Marien und Familiensinn. Und nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch“, betont der Ordensbruder.

Weltweit sind Maristenbrüder aktiv. „In Deutschland sind wir noch 30 Brüder, aber insgesamt engagieren sich knapp 4000 Maristenschulbrüder in vielen Ländern, um vor allem Kindern in armen Verhältnissen und Vernachlässigten Bildung zu ermöglichen“, informiert Frater Winfried.

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