Kurzinterview mit Elisabeth Maria Helmich

Gemeinschaft: Säkularinstitut Frauen von Schönstatt
Alter: 38
In der Gemeinschaft seit: 03.10.2002

Im Münsterland geboren und aufgewachsen, habe ich Dipl. Sozialarbeit/Sozialpädagogik in Münster studiert und arbeite nun seit fast 15 Jahren im sozialpsychiatrischen Bereich. Mit Beginn meiner Berufstätigkeit habe ich den Sprung in ein gottgeweihtes Leben gewagt und bin in das Säkularinstitut der Frauen von Schönstatt eingetreten. Zuvor war ich bereits einige Jahre in der Schönstatt-Jugend aktiv.

Vor einigen Jahren habe ich einen Aufbaustudiengang, einen der sog. Masterstudiengänge abgeschlossen und habe vor knapp 2 Jahren die Leitung der Sozialabteilung in einer psychiatrischen Klinik übernommen. Mein Beruf ist meine Berufung. Es ist mir ein großes Anliegen, mich den Menschen in meinem Alltag ganz zur Verfügung zu stellen und ihnen mit Christus in meinem Herzen zu begegnen.

Was heißt für Sie: "ich weihe mein Leben Gott"?

Frei sein, um mit und für Christus für mein Gegenüber ganz da sein zu können; um mit Ihm in meinem kleinen Alltag Unmögliches zu wagen.

Was ist ihre größte Freude am geweihten Leben?
Daß es immer neu um die noch größere Liebe geht.

Was macht Ihnen Mut?
Die große Sehnsucht von Jugendlichen nach dem Sinn im Leben (wie man z.B. an den Weltjugendtagen sehen kann), die Suche von vielen Menschen in unserer Gesellschaft nach dem "mehr", das uns unser Glaube geben kann.

Wovor haben Sie Angst?

Vor einer Verwässerung oder Verflachung unserer starken christlichen Botschaft, die aus unserer eigenen inneren Ängstlichkeit heraus entsteht. Manchmal haben wir zu große Sorge, dass die Radikalität der Botschaft Jesu die Menschen abschreckt, aber ich glaube, genau das Gegenteil ist der Fall: die Klarheit Jesu und auch der Klartext in dem er zu den Menschen spricht, ziehen an und faszinieren in unserer so pluralen Welt voll unzähliger Möglichkeiten.

Welches Wort der Bibel ist Ihnen besonders wichtig?
Mir sind mehrere Worte aus der Bibel sehr wichtig in meinem Alltag, je nachdem in welcher Situation ich mich befinde:
"Denn für Gott ist nichts unmöglich." Lk1,37
"Mit meinem Gott überspringe ich Mauern." Ps18,30
"Ich bin der "Ich-bin-da". Ex3,14

Wen möchten Sie im Himmel auf jeden Fall treffen?
Christus natürlich, aber ich bin auch sehr gespannt darauf, unseren Gründer, Pater Josef Kentenich kennen zu lernen und meine Namenspatronin, die Hl.Elisabeth von Thüringen, mit der ich eng befreundet bin :.

Was würden Sie jungen Menschen von heute sagen?
Da möchte ich mich gerne der mutmachenden Worte anderer bedienen, denn die sind einfach aufbauend und stärkend:
"Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles. Wer sich ihm gibt, der erhält alles hundertfach zurück." (Papst Benedikt XVI 24.04.2005 Rom)
"Habt keine Angst, katholisch zu sein und dies immer einfach und ehrlich in eurer Umgebung zu bezeugen! Möge die Kirche in euch und eurer Jugend fröhliche Missionare der Guten Nachricht finden!" (Papst Franziskus 21.08.2011 in Madrid)

Warum ist es großartig, Christin/Christ zu sein?
Weil wir immer auf Christus vertrauen können, Seine Liebe zu mir persönlich ist durch nichts zu erschüttern, egal was ich auch für Murks baue. Und: Er hat Großes mit mir und meinem Leben vor, Er braucht mich unbedingt hier an meinem Platz, um Sein Reich zu bauen!

Welche Eigenschaften braucht man unbedingt als Ordensmann/Ordensfrau, Frau des geweihten Lebens?

Freude und ein Quäntchen Mut. Und eine gewisse seelische Gelassenheit.

Was möchten Sie in der Kirche ändern?
Ich wünsche mir unsere Kirche persönlicher und präsenter vor Ort, z.B. dass es normal ist, Fremde nach dem Gottesdienst anzusprechen und sie in die Gemeinschaft mit hinein zu nehmen, ihnen bestehende Angebote anzubieten und sie einzuladen. Ich wünsche mir eine sehr alltagsnahe Kirche, in der der Glaube im Alltag miteinander gelebt und spürbar wird, in der wir uns über unseren Glauben konkret austauschen und Erfahrungen miteinander teilen. Eine Kirche, die sich wieder mehr an der Ursprungskirche orientiert und von der es wieder heißt: Seht, wie sie einander lieben!

Kontakt

Ordensreferat und Ordensrat
im Bistum Münster

Domplatz 27
48143 Münster
Telefon: 0251-495-284
ordensreferat@bistum-muenster.de
vrede@bistum-muenster.de

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