Kurzinterview mit Pater Hermann ten Winkel

Gemeinschaft: Redemptoristen
Alter: 77 Jahre
In der Gemeinschaft seit: 56 Jahren

Was heißt für Sie: "ich weihe mein Leben Gott"?
Als getaufter Mensch leben. Allen Getauften ist der Geist geschenkt. Wir werden geliebt und gebraucht. Wir dürfen dem, der uns liebt und so beschenkt, mit unseren Begabungen (Charismen) dienen und zu etwas nütze sein.

Was ist ihre größte Freude am geweihten Leben?
Dass ich im Orden leben, arbeiten und alt werden darf.

Was macht Ihnen Mut?
Die Bibel regt mich an, Gott beim Wort zu nehmen und mich auf sein Wort zu verlassen, z.B. "Gott hat seinen Sohn gesandt, damit die Welt gerettet wird" (vgl. Joh 3,17).

Wovor haben Sie Angst?
Ich hoffe, den Glauben an Gott, der ja die Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,8), nicht zu verlieren.

Welches Wort der Bibel ist Ihnen besonders wichtig?
"Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat." (1 Joh 4,10).

Wen möchten Sie im Himmel auf jeden Fall treffen?
Ich wüsste keinen Menschen, dem ich nicht dasselbe wünschte wie mir selbst, dass er Gottes Liebe endgültig angenommen hat/annehmen wird und in Gemeinschaft ist mit Gott und denen, die seine Liebe erwidert haben/erwidern werden; hoffentlich also sind bei ihm alle Menschen aller Zeiten anzutreffen.

Was würden Sie jungen Menschen von heute sagen?
Ich sehe es als Geschenk und Glück, heute in dieser Welt leben zu dürfen. Für ein zusätzliches Geschenk und Glück halte ich, dass ich an den dreieinen Gott glauben darf und Christ bin.

Warum ist es großartig, Christin/Christ zu sein?
Von Gott geliebt und mit Freiheit beschenkt zu sein und Gott in aller Freiheit wiederlieben zu dürfen. Sicher zu sein, dass es keinen Menschen je gegeben hat, heute gibt oder jemals geben wird, den Gott nicht liebt, denn Gott ist ja die Liebe. In der Auferstehung Jesu zeigt sich, dass es für Gott keinen hoffnungslosen Fall gibt und er sich in seiner Liebe nicht verwirren lässt.

Welche Eigenschaften braucht man unbedingt als Ordensmann/Ordensfrau?

Mir scheint, dass es ein Glück ist, zunächst ein klares entschiedenes Ja zu Leben und Glauben als Ordensmann/Ordensfrau zu sagen und das dann auch zu leben. Ein Leben lang die Gefährdungen dieser Entscheidung zu bestehen, ist für mich nicht einfach eine Frage der Machbarkeit, des Wollens oder der Leistung, sondern auch des Sich-Beschenken-Lassens.

Was möchten Sie in der Kirche ändern?
Wann immer bei mir persönlich oder in unserer Kirche etwas gelingt und vielleicht Dies oder Jenes zum Guten oder Besseren sich ändert, halte ich das für ein großes Glück und sehe darin Grund zu Dankbarkeit und Freude.

September 2015

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