Kurzinterview mit Pater Johann Schubert

Pater Johann Schubert

Gemeinschaft: SVD (Steyler Missionare)
Alter:  82
In der Gemeinschaft seit: 1955

Pater Johann Schubert ist in Schlesien geboren und in Westfalen aufgewachsen. Seit 1962 lebt er als Steyler Missionar in Japan. Fast 40 Jahre hat er an der Nanzan Universität in Nagoya Französisch und Religion doziert und gleichzeitig ein Studentenwohnheim errichtet und geleitet. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er Jugendreisen für rund 7000 Studenten organisiert, Exerzitien für Schwestern und Laien gehalten und in benachbarten Pfarreien ausgeholfen. Jetzt ist er im Ruhestand und verbringt 3 Monate Heimaturlaub in Deutschland, bevor er im September wieder nach Japan aufbricht. Bis heute ist er dort als Aushilfspfarrer aktiv und begleitet jeden Dienstagabend eine charismatische Heilig-Geist-Gruppe.

Was heißt für Sie: "ich weihe mein Leben Gott"?
Im Bewusstsein, dass Gott mich berufen hat, und in der Treue zu meinen Ordensgelübden für das Heil möglichst vieler Menschen meine Kräfte einsetzen

Was ist ihre größte Freude am geweihten Leben?
Ich fühle mich von Gott anerkannt, geleitet und behütet

Was macht Ihnen Mut?
Anerkennung von Seiten der Oberen und einiger Menschen, die mir anvertraut sind.

Wovor haben Sie Angst?

Vor Menschen und Schicksalsschlägen habe ich kaum Angst, höchstens vor einer langen, schmerzhaften Krankheit. Die einzig wirkliche Angst: die Strafe für meine Sünden.

Welches Wort der Bibel ist Ihnen besonders wichtig?
Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde.

Wen möchten Sie im Himmel auf jeden Fall treffen?
Ich nehme an, dass die Anschauung Gottes alle irdischen Wünsche überstrahlt. Deshalb habe ich auch keinen besonderen Wunsch; höchstens möchte ich den einen oder anderen Sünder wieder treffen, an dem ich als Beichtvater oder als Feind die Hoffnung aufgegeben hatte.

Was würden Sie jungen Menschen von heute sagen?

Legt das i-pad auf die Seite und lest jeden Tag etwas Bibel.
Statt der Kirche den Rücken zu drehen, setzt euch für sie ein.
Lasst euch nicht von falschen Ideologien verführen.
Lebt in der Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben.

Warum ist es großartig, Christin/Christ zu sein?
In der Taufe sind wir von einem rein biologischen Sein auf die Stufe von Gotteskindern verwandelt worden. Wir sind nicht mehr ans irdische Leben versklavt, sondern der Hl. Geist befähigt uns, in aller Freiheit Liebe und Frieden zu verbreiten.

Welche Eigenschaften braucht man unbedingt als Ordensmann/Ordensfrau?
Treu zu seinen Gelübden, ein beständiges Gebetsleben, Mut und Hoffnung trotz Misserfolgen, Geduld mit mittelmäßigen Mitbrüdern und Mitschwestern.

Was möchten Sie in der Kirche ändern?
Die Priester Erziehung ist zu lang. Reife verheiratete Männer sollten schnell geweiht werden. Der Beichtritus sollte erleichtert werden. Wiederverheiratete  sollten nach 5 Jahren absolviert werden. Gestrandete Priester sollten bei echter Reue wieder aufgenommen werden. Bürokratische Buchführung (Taufzeugnis, Ehebescheinigung etc.) sollte dem Gewissen des einzelnen überlassen bleiben. Alle Priester und Bischöfe sollten in Armut leben, d.h. sie sollten kein Beamten-Gehalt beziehen und sich keine Privatwohnungen bauen. Kirchensteuern sollten auf freiwilliger Basis erbeten werden.

Kontakt

Ordensreferat und Ordensrat
im Bistum Münster

Domplatz 27
48143 Münster
Telefon: 0251-495-284
ordensreferat@bistum-muenster.de
vrede@bistum-muenster.de

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