70 Priester im Bistum in Gedanken in der indischen Heimat

Pater Jaison Jose denkt im Moment viel an seine Familie und seine Freunde in seiner indischen Heimat Kerala. © medienflotte.de/Joachim Albrecht

„Für die ganze Region ist das nicht einfach“, sagt Pater Jaison Jose aus Billerbeck, wenn er an die Situation der Flutopfer in seiner Heimat, dem Bundesstaat Kerala im Süden Indiens, denkt. Dort hatte der Monsun mit außergewöhnlich schweren Regenfällen in den vergangenen Tagen und Wochen zu einer Flutkatastrophe geführt, die bisher hunderte Todesopfer gefordert hat. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. So etwas habe er noch nicht erlebt, sagt Pater Jaison und fährt fort: „Aber die Menschen halten zusammen und helfen sich gegenseitig.“

Ganze Städte stehen wegen des Monsuns in der Region derzeit unter Wasser. Wohnhäuser und Kirchen wurden zerstört und die Stromversorgung sowie das Telefonnetz sind zum Erliegen gekommen. Viele Priester aus dem Bistum Münster stammen aus dem Gebiet, haben Familie und Angehörige vor Ort. Auch Pater Jaison. „Selbstverständlich bin ich mit meinen Gedanken bei Familie und Freunden.“

Normalerweise profitiere die Wirtschaft in Kerala von den Regenfällen im Zeitraum vom Juni bis September. Auch das Stromnetz sei vom Wasser abhängig, indem die Energie der Flüsse in Elektrizität umgewandelt werde, erklärt der Ordensmann. Aber in diesem Sommer sind die Flüsse in der gesamten Umgebung über die Ufer getreten und die Wassermassen aus den 40 Dämmen mussten abgelassen werden. Hilfsorganisationen und weitere Helfer sind vor Ort, Menschen werden in Rettungslager gebracht. Doch die Umstände veränderten sich stetig und ständig entstünden neue Gefahren. Pater Jaison befürchtet, dass sich in dieser Ausnahmesituation viele Krankheiten in den Dörfern verbreiten könnten. Augenzeugen berichten, dass Brunnen verunreinigt würden und es giftige Schlangen und Skorpione aus den Wäldern in die Dörfer ziehe. „Die Leute brauchen im Moment viel Hilfe“, sagt er. Die Situation befinde sich außer Kontrolle, und auch für die Regierung sei es nicht leicht, darauf zu reagieren.

Nach Einschätzung des Wahl-Billerbeckers und weiterer Priester aus Kerala – insgesamt sind 70 im Bistum Münster tätig – werde es Jahre dauern, bis die Folgen der Flut beseitigt sind. Und doch, so Berichte aus der betroffenen Region, habe die Katastrophe die Menschen enger zusammengeschweißt, neue Formen von Gemeinschaft seien entstanden. So sei zum Beispiel ein Hindu auf einem katholischen Friedhof beerdigt worden. Hilfe, über alle religiösen Unterschiede hinweg.

Text: Moritz Mohring

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