Die letzten Vorsehungsschwestern verlassen Kevelaer

Schwester Ludwiga, Schwester Reintrud und Schwester Reina haben schon ein paar Tage in Haus Loreto verbracht, bevor sie am 15. September Abschied von Kevelaer nehmen werden. (Foto: Schwestern von der Göttlichen Vorsehung)

Es soll ein feierlicher Abschied werden, den die Schwestern noch aktiv selber gestalten können: Am Donnerstag, 15. September, werden die letzten drei Schwestern von der Göttlichen Vorsehung das Priesterhaus und damit Kevelaer verlassen. Mit Schwester Ludwiga, Schwester Reintrud und Schwester Reina geht eine 151 Jahre dauernde Geschichte zu Ende. Seit 1871 kümmerten sich zeitweise bis zu sechs Vorsehungsschwestern insbesondere darum, die dort lebende Priestergemeinschaft und die Gäste hauswirtschaftlich zu betreuen. Kevelaer war zentraler Ort der damaligem rheinischen Provinz, die erst 2005 in die Deutsche Provinz aufging.

„Zu den Diensten der Schwestern zählte aber auch, Gebetsanliegen unseres Ordens aus der ganzen Welt vor Maria zu bringen und für sie eine Kerze anzuzünden“, erzählt Schwester Laetitia, die selbst lange am Niederrhein gelebt hat. „Früher“, berichtet sie weiter, „haben die Schwestern im Priesterhaus noch junge Mädchen in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten ausgebildet, einige wurden später als Mitarbeiterinnen übernommen, einige entschlossen sich sogar, dem Orden beizutreten.“ Inzwischen jedoch fehlt auch den Vorsehungsschwestern der Nachwuchs. „Das Durchschnittsalter bei uns ist 83 Jahre, auch die drei Schwestern in Kevelaer sind alle über 80 Jahre alt“, sagt die Leiterin der Deutschen Provinz, Schwester Paula.

Deshalb sei es nun an der Zeit, den niederrheinischen Wallfahrtsort zu verlassen. „Ein Abschied soll gestaltet und gelebt werden, das ist jetzt noch möglich und daher haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“, erklärt Schwester Paula. An ihrem letzten Tag in Kevelaer werden die drei Schwestern gleichzeitig in eine große Gemeinschaft aufgenommen. „Wir werden mit etwa 60 Schwestern aus Münster und dem Haus Loreto in Horstmar/Leer anreisen, um gemeinsam mit Weihbischof Rolf Lohmann ab 10 Uhr einen festlichen Gottesdienst in der Basilika zu feiern“, sagt Schwester Paula. Anschließend sind noch einige Gäste zum Empfang ins Priesterhaus eingeladen.

Die Schwestern Ludwiga, Reintrud und Reina ziehen nun ins Haus Loreto, einem Sitz der Vorsehungsschwestern bei Horstmar, dem ein Altenheim des Ordens angeschlossen ist. „Es war ihr Wunsch, nicht erst noch ins Provinzhaus nach Münster zu ziehen und dann später nach Horstmar, sondern jetzt direkt“, sagt Schwester Paula. Der Abschied von Kevelaer sei zwar mit Trauer und Wehmut verbunden, aber auch mit der Hoffnung: „Wir haben das Feld bestellt, es ist bereit, dass etwas Neues entstehen kann.“ Schwester Laetitia ergänzt: „In unserem Alter ist der Abschied ein Thema, das uns schon lange begleitet. Loszulassen und Liebgewonnenes aufzugeben ist schwer, aber es macht uns auch frei, im Vertrauen auf Gottes Vorsehung den Weg weiter zu gestalten.“ Es sei den Schwestern immer ein Anliegen gewesen, mitten unter den Menschen zu sein, „dazu gehört auch, dass wir mit dem Altern denselben Prozess erleben wie alle anderen Menschen.“

Wallfahrtsrektor Domkapitular Gregor Kauling bedauert den endgültigen Abschied der Schwestern der göttlichen Vorsehung: „Seit Kindesbeinen bin ich mit diesem Orden verbunden. Meine Tante, die Schwester meines Vaters, ist dort Ordensfrau. Eine Verwandte der brasilianischen Familie war zwölf Jahre Generaloberin der Schwestern, Schwester Dorothea Kauling. Die Schwestern haben dem Wallfahrtsort Kevelaer und insbesondere dem Priesterhaus, dem Kindergarten St. Marien, der Gaesdonck und wo auch immer in der Stadt sehr gut getan. Sie waren durch ihre betende Präsenz fester Bestandteil unserer Hausgemeinschaft. Eine Epoche seit 1871 geht nun leider zu Ende, die mich mit großer Dankbarkeit erfüllt.“

Eine Vorsehungsschwester bleibt dem nördlichen Niederrhein übrigens auch nach dem 15. September erhalten: Schwester Theogarde, die bis 2009 auch noch im Priesterhaus wohnte, lebt mittlerweile am bischöflichen Internatsgymnasium Gaesdonck. „Dort wird sie auch bleiben, sie gehört zum Schul- und Internatsleben einfach dazu“, sagt Schwester Paula lächelnd.

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