Ein Abschied mit Wehmut und Vorfreude

Der Brunnen in der Kapelle der Vestischen Kinder- und Jugendklinik gehört zu den Lieblingsplätzen von Schwester Giseltrud, die als letzte Vorsehungsschwester Datteln verlässt.

In der Kapelle schaut sich Schwester Giseltrud regelmäßig die Wünsche und Sorgen der kleinen Patienten an, die sie an einem Baum befestigen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Es ist ein Abschied mit Wehmut, aber auch mit Vorfreude auf das Kommende. Mit Schwester Giseltrud Mojzysz verlässt in diesen Tagen die letzte Schwester  der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der göttlichen Vorsehung die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln.

Der Orden löst die Niederlassung auf. „Seit Schwester Genoveva, die sich 70 Jahre in der Klinik engagiert hat, mit 94 Jahren vor knapp einem Jahr unsere Niederlassung verlassen hat, lebe ich allein in Datteln“, berichtet die agile 86-Jährige. Und weil sie nicht für das Alleinsein geboren sei, führe sie nun der Weg zurück ins Mutterhaus. „In Münster kann ich noch etwas unternehmen. Ich bin nämlich keine Stubenhockerin“, berichtet sie lächelnd. Sie brauche Leben um sich herum. Das sei in Datteln nun nicht mehr gegeben. „Es sind die Mitschwestern in Münster, die mich tragen und weitertragen“, begründet sie ihren Wechsel.

Bis zu 30 Vorsehungsschwestern haben nach dem Zweiten Weltkrieg in der Anfangszeit in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik gearbeitet. „Sie haben diese Klinik mit aufgebaut und unser Arbeiten und Denken über viele Jahre mit geprägt“, sagt Andreas Wachtel, Geschäftsführer der Vestischen Kinder- und Jugendklinik. Dass nun die letzte Ordensfrau das Haus verlasse, sei ein echter Einschnitt und stimme alle Beteiligten wehmütig. „Die Schwestern fehlen uns! Auf der anderen Seite wurde es für sie in den letzten Jahren hier in Datteln auch immer einsamer, weil der Konvent nach und nach kleiner geworden ist. Der Umzug nach Münster ins Mutterhaus ist deshalb eben nicht nur ein Abschied, sondern auch ein neuer Aufbruch, der das Leben in einer Gemeinschaft und damit hoffentlich viele schöne Möglichkeiten mit sich bringt“, hat er Verständnis für die Entscheidung. „Herr Wachtel hat sich immer großartig um das Wohlergehen der Schwestern gekümmert. Das stand für ihn an erster Stelle“, lobt auch Schwester Giseltrud die gute Zusammenarbeit.

1997 wechselte Schwester Giseltrud in die Niederlassung in Datteln, in der sie mit Schwester Genoveva und Schwester Conradine lebte. „Zunächst habe ich die kleinen Patienten, die nicht im Bett bleiben mussten, im Kinderhaus betreut. Später habe ich mit Kindern des integrativen Kindergartens in unserer Kapelle religionspädagogisch gearbeitet. Das war eine sinnvolle und liebenswerte Arbeit, die mich ausgefüllt hat“, berichtet die gelernte Erzieherin. Seit drei Jahren ist sie im Ruhestand. Trotzdem führt sie ihr Weg noch regelmäßig in die Kinder- und Jugendklinik. „Die Menschen nehmen mich als Ordensschwester wahr. Viele sind erstaunt, aber auch glücklich, dass es noch Ordensfrauen gibt“, erzählt sie von unterschiedlichen Begegnungen. Ebenso habe sie gespürt, dass die Schwestern in Datteln und besonders in der Klinik immer sehr geachtet und geehrt wurden.

1955 hatte sich Schwester Giseltrud für ein Leben bei den Vorsehungsschwestern entschieden. „Es war ein Ruf von oben und ich bin ihm gefolgt. Das habe ich keine Minute meines Lebens bereut“, berichtet sie von ihrer Berufung. Kennengelernt hatte sie die Ordensgemeinschaft in ihrer Heimat Recklinghausen. „Die Schwestern haben zum Beispiel im Liebfrauen-Kindergarten gearbeitet“, erzählt sie. Ihre beruflichen Stationen führten sie später nach Burgsteinfuhrt, Münster, Steinbeck und Hamm.

„Es war eine wunderschöne Zeit. Ich habe mich immer auf alles eingelassen“, sagt die Ordensfrau.
Gern blickt sie auf die Zeit in Datteln zurück, auf ihre Aufgaben, die Begegnungen und das gemeinsame Leben mit ihren Mitschwestern. „Es war schön. Wir sind durch dick und dünn gegangen und haben uns gegenseitig gestützt“, sagt sie lächelnd. Doch nun freut sie sich auch auf ihren neuen Lebensabschnitt in Münster.

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