Mehr als 80 Ordenschristen beim Tag des gottgeweihten Lebens

In einer Lichterprozession begaben sich die Teilnehmer am Tag des geweihten Lebens in der Kirche des Klarissenklosters zur Krippe.

Ordenschristen aus mehr als 20 Orden und Gemeinschaften am Niederrhein haben sich am 2. Februar 2015 in Kevelaer aus Anlass des Tages des gottgeweihten Lebens getroffen.

Schwester Benedikta, die Vikarin des Klarissenklosters in Kevelaer, begrüßte die mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu der traditionellen Veranstaltung. Im Jahr der Orden hat Papst Franziskus die Frauen und Männer des geweihten Lebens ermutigt, dankbar in die Vergangenheit zu schauen, die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben und die Zukunft voll Freude zu ergreifen. Diesem Auftrag stellten sich die Ordenschristen vom Niederrhein mit dem Vortrag von Pater Hans Peters. Der Steyler Missionar ist als Autor in vielen Fragen der Glaubensverkündigung und Lebensbegleitung unterwegs.

Peters begann mit der auf den ersten Blick vielleicht irritierenden These: "Das Ordensleben ist zwecklos". Er stellte aber sofort klar, "weil es nicht, wie so viele andere Bereiche gesellschaftlichen Lebens verzweckt ist". Der Mensch werde heute viel zu oft nicht mehr als Person gesehen. Insbesondere die Wirtschaft sehe nur den Zweck, dem der Mensch zu dienen habe. Das bringe schlimme Auswirkungen auf das Menschenbild der gesamten Gesellschaft mit sich. Als ein Beispiel nannte Peters die Präimplantationsdiagnostik. "Hier wird vorab geprüft, ob ein Leben seinen Zweck erfüllen kann." Erfülle es nicht die beabsichtigte Bestimmung werde es aussortiert.

Auch die Orden seien gelegentlich in der Gefahr, ihr Leben zu verzwecken. Viele Ordensgründungen im 19. Jahrhundert seien zwar einem Zweck verbunden gewesen. Ihre Entstehung habe sich auf die Pflege von Kranken, die Bildung von Menschen oder missionarisches Handeln ausgerichtet. Allerdings stellte Peters fest, dass die Ordensgründer zumeist aus einer "persönlichen mystischen Erfahrung, einer Erfahrung mit Gott" ihren Weg gegangen seien, ohne einen Zweck im Vordergrund zu sehen. Heute würden einige der damaligen Bestimmungen durch die Schließung von Einrichtungen wieder verschwinden. "Das kann uns aber dabei helfen, zu den Glutkernen unseres Lebens zu finden", betonte der Steyler Pater.

"Die Rose ist ohn' warum. Sie blüht, weil sie blüht", zitierte Peters den Theologen und Lyriker Angelus Silesius. Dieser habe sich im 17. Jahrhundert mit der Frage befasst, weshalb bei den Menschen alles ein "Warum" haben müsse. "Das Gebet bietet uns die Möglichkeit zum Glutkern unseres Glaubens vorzudringen", erklärte Peters. Es sei die persönliche Beziehungspflege zu Gott. Das innere Gebet gebe mehr Nähe als viele noch so fein formulierte Meditationstexte. "Es geht um dich, du bist die Mitte meines Lebens", das sei die Rückbesinnung auf die Glut. Bei diesem inneren Gebet sei es wie bei der Rose. "Wir beten, weil wir beten und fragen nicht, ob es etwas bringt und ob andere es sehen." Das sei letztlich auch der Kern des Ordenslebens: "Es ist nicht verzweckt und hat seine Freude an Gott. Deshalb müssen wir der Welt auch nicht unseren Nutzen beweisen, weil wir auf das Reich Gottes ausgerichtet sind."

Nach dem Vortrag von Pater Hans Peters in der Klosterkirche begaben sich die Teilnehmer in einer Lichterprozession zur Krippe, wo jeder von ihnen eine Kerze abstellte. "Stellen Sie die Kerzen bitte vor die Krippe und nicht ins Stroh. Wir wollen auch noch im kommenden Jahr eine Lichterprozession machen", bewies Schwester Benedikta Sinn für Humor. Im Anschluss daran trafen sich die Ordenschristen zur persönlichen Begegnung bei Kaffee und Kuchen, ehe der Tag des geistlichen Lebens in Kevelaer mit der Vesper in der Klosterkirche endete. Wohl in der Gewissheit, dass es auch in diesem Jahr wieder gelungen war, das umzusetzen, was sich Papst Franziskus von ihnen wünscht: "Durch ihre Freude zu bezeugen, dass Gott fähig ist unser Herz zu erfüllen und uns glücklich machen kann."

Text, Foto: pbm
02.02.2015

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