Oelder feiern 50-jähriges Ordensjubiläum der „Dienerinnen der Armen“

Vier Ordensschwestern führten einen traditionellen indischen Lichtertanz auf. Generaloberin Schwester Emestina dankte allen Unterstützern aus Deutschland. Übersetzt wurden ihre Grußworte von Hildegard Micheel-Meier vom „Hilfswerk Schwester Petra“ und Pfarrer Karl Kemper.

„Mutter Petra“ – so nennen die Oelder Bürger die 1924 geborene Petra Mönnigmann häufig. Vor 50 Jahren gründete sie in Indien den Orden der „Dienerinnen der Armen“. Am Muttertag, 12. Mai, feierten die Mitgliederinnen, Freunde und Förderer „ihre“ ganz besondere Mutter mit einem deutsch-indischen Fest der Begegnung. Den Auftakt bildete ein Festgottesdienst in der vollbesetzten St.-Johannes-Kirche mit Tänzen und Gesängen aus der indischen Kultur. Münsters Bischof Dr. Felix Genn und der indische Bischof von Kannur, Dr. Alex Vadakumthala, waren dazu nach Oelde gekommen, außerdem die Generaloberin Schwester Emestina und die rund 25 Schwestern, die in Deutschland tätig sind.

„Das ist ein bewegender Moment für uns“, begrüßte Pfarrer Karl Kemper die Besucherinnen und Besucher. „Wir denken an Schwester Petra, an eine Frau, die so unglaublich viel vom Evangelium verstanden und gelebt hat“, sagte Kemper, „an einem Ort, der für sie zur zweiten Heimat geworden ist.“ Mit acht jungen Frauen hatte Schwester Petra 1969 in Pattuvam, im Bundesstaat Kerala, begonnen, ihre Berufung zu leben und für die Ärmsten der Armen da zu sein. Bei einem Verkehrsunfall in Indien kam sie an Pfingsten 1976 ums Leben. Heute kümmern sich rund 650 Schwestern in mehr als 90 Stationen um kranke und behinderte Menschen, um Waisen und Aidskranke.

Bischof Genn schilderte in seiner Predigt, dass er als Bischof von Essen zum ersten Mal von Schwester Petra gehört habe. „Es hat mich gleich ergriffen“, erinnerte er sich. Als „ein großartiges Werk“ bezeichnete er die Lebens- und Berufungsgeschichte von Petra Mönnigmann. „Sie hat den Grundauftrag Christi, den Ärmsten der Armen zu dienen, gelebt. Das hat Ewigkeitswert“, erklärte Genn. Schwester Petra gehörte ab 1952 zunächst den Ursulinen an, sah ihre wahre Berufung aber in Indien, wo sie schließlich die „Dienerinnen der Armen“ gründete. „Dieses ehrliche Ringen macht Schwester Petra für mich so sympathisch“, hob der Bischof hervor. „Sie wusste zu kämpfen, sich auseinanderzusetzen, sie hatte ihren eigenen Kopf“. Und auch mit diesem Kopf kann man heilig werden“, verwies Bischof Genn auf den bereits eingeleiteten Seligsprechungsprozess.

Über Schwester Petras Berufungsgeschichte schlug er eine Brücke zum „Welttag für geistliche Berufungen“, den die katholische Kirche am 12. Mai beging. Das Wirken der Oelder Ordensfrau könne auch für junge Menschen, die darüber nachdenken, wie sie in der Nachfolge Jesu leben können, ein Beispiel sein. Bischof Genn dankte allen Schwestern, die der Ordensgründerin nachgefolgt sind, sowie allen Unterstützern und Förderern des „Hilfswerk Schwester Petra“ und der „Schwester-Petra-Stiftung“, die das Anliegen der Oelderin bis heute aufrechterhalten.

Diesem Dank schloss sich die Generaloberin Schwester Emestina am Ende des Gottesdienstes an. Die deutsche Kirche habe den Orden über Jahre begleitet – nicht nur finanziell, sondern auch durch Rückhalt und Kontakt in Form von Besuchen vor Ort.

Nach dem Gottesdienst, der musikalisch von der Cappella Joannea mitgestaltet wurde, feierten die Gäste ein Fest im Paulusheim.

Mehr Informationen zum „Hilfswerk Schwester Petra“ gibt es im Internet unter www.hilfswerk-schwesterpetra.de.

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