Norbert Strotmann feiert 25-jähriges Bischofsjubiläum in Riesenbeck

Norbert Strotmann ist Bischof von Chosica in Peru. Der gebürtige Riesenbecker feiert am Samstag, 16. Juni, sein 25-jähriges Bischofsjubiläum mit einem Gottesdienst um 16.45 Uhr in der St.-Kalixtus-Kirche. Dazu wird auch Bischof Dr. Felix Genn erwartet. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

 „Ohne Wirklichkeit geht es nicht“, sagt Bischof Norbert Strotmann. Ein markanter Satz, den er mehrfach wiederholt. Was der aus Riesenbeck stammender Herz-Jesu-Missionar und Bischof von Chosica in Peru mit dieser Feststellung meint, erklärt er umgehend: „Mein Eindruck ist, dass wir die Veränderungen in der Alltagsstruktur der Menschen nicht erkannt haben.“ Mit „wir“ meint er die katholische Kirche - nicht nur in Lateinamerika: „Das gilt global“. Bischof Strotmann, der auch Generalsekretär der peruanischen Bischofskonferenz ist, gilt als streitbarer Geist, ohne ein Nörgler zu sein. Am Samstag, 16. Juni, feiert er sein 25-jähriges Bischofsjubiläum in seiner Heimatpfarrei in Riesenbeck. Zum Gottesdienst um 16.45 Uhr in der St.-Kalixtus-Kirche wird auch Bischof Dr. Felix Genn erwartet. Der Jubilar und er sind seit vielen Jahren befreundet.

Strotmann mag keinen Weichspüler. Der 72-Jährige benennt schonungslos den Zustand der Kirche – und fordert ein Umdenken: „In den nächsten 20 Jahren muss sich etwas tun, wir haben keine Reserven mehr.“ Seit 1973 lebt der Riesenbecker in Peru, wurde im gleichen Jahr dort zum Priester, 20 Jahre später zum Bischof geweiht. Der studierte Soziologe ist ein nüchterner Analyst. Angesichts des schwindenden Einflusses des Katholizismus, auch im traditionell „katholischen“ Kontinent Lateinamerika, mahnt er zu einer neuen Strategie, die die Perspektive wechselt – weg von der innerkirchlichen hin zur außerkirchlichen Wirklichkeit: „Die katholische Kirche ist erst wieder attraktiv, wenn sie den Menschen klarmachen kann, dass sie ohne den Glauben der Kirche das Wichtigste für ihr Leben verpassen.“

Der Bischof von Chosica möchte zeigen, dass die Kirche auch und gerade heute Orientierung geben kann. „Gott mag den Menschen“: Diese Botschaft liegt Strotmann am Herzen. Ihm missfällt, dass die Kirche versäumt hat, Antworten auf die Probleme der Gegenwart zu geben. Aber er resigniert nicht. Strotmann drängt auf Visionen sowie auf Offenheit gegenüber den Menschen und ihren Kulturen. Große Hoffnungen setzt der Riesenbecker in den Papst: „Der Kirche fehlt es oftmals an Mut, Franziskus hat ihn.“

Als Bischof im Osten der peruanischen Hauptstadt Lima mit knapp 2,2 Millionen Menschen - 1,7 Millionen davon sind katholisch - ist er überzeugt, dass Laien stärker einbezogen werden müssen, damit die Kirche in zehn und 15 Jahren noch effizient ist: „Die gesamtkirchliche Entfremdung schreitet schnell voran – auch in Lateinamerika.“ Dem gelte es entgegenzutreten.

Nur wie? Der Bischof gesteht: „Auch ich habe in der derzeitigen Situation mehr Fragen als Antworten.“ Doch, ergänzt er: „Die richtigen Fragen können helfen, die richtige Richtung zu finden.“ Nicht nur für die Kirche in Peru, auch für die Kirche in Deutschland. Strotmann ist immer in engem Kontakt zu Familie und Freunden. Erst während des Katholikentages im Mai war er in Münster. Bischof Felix Genn hatte ihn eingeladen.

Regelmäßig besucht er seine Schwester und die Schwägerin in Riesenbeck. Diesmal wird dabei gefeiert. Das 25-jährige Bischofsjubiläum ist Grund genug. Anschließend geht es in den Urlaub. Allerdings mit Unterbrechung. Denn Strotmann wird in Rom dabei sein, wenn der Papst am 29. Juni 15 neue Kardinäle ernennt. Auch das gehört zur Wirklichkeit.
 

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