Studien- und Begegnungstag der Ordensleute im Bistum Münster

Inspirierende Gedanken hab Jan Frerichs an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studientags weiter. Foto: Sr. Dietmara Ahlmann

Wie man sich auf Neues einlässt: Darüber haben 53 Ordensleute aus dem Bistum Münster am 22. Februar in Münster nicht nur theoretisch nachgedacht, sondern es auch praktisch ausprobiert. Denn im Mittelpunkt des diesjährigen Studien- und Begegnungstags der Ordensgemeinschaften im Bistum stand unter dem Titel „Barfuß und wild“ ein Einblick in christliche Schöpfungsspiritualität mit Jan Frerichs als Referent. Veranstalter waren der Rat der Orden und Säkularinstitute und die Abteilung Orden, Säkularinstitute und Geistliche Gemeinschaften in der bischöflichen Verwaltung.

Der Theologe Frerichs gehört dem dritten Orden des Heiligen Franziskus – einem Orden der franziskanischen Laien – an und hat die franziskanische Lebensschule „barfuß+wild“ gegründet. Diese brachte er den Ordensleuten im Marienhaus der Franziskanerinnen von Münster / St. Mauritz näher.

Dabei bezeichnete Frerichs es als „Herausforderung für Christen, eine ökologische Spiritualität zu entwickeln und die Natur als spirituellen Ort wieder zu entdecken.“ Er betonte: „Die Schöpfung ist voller Bilder des Wandels.“ Die Natur als „erste Bibel“ können eine „Lehrerin in dieser Lebensschule sein. So habe auch Franz von Assisi seinerzeit „Schutzhäute und Sicherheiten“ abgelegt und sei „barfuß im Herzen“ unterwegs gewesen. Er habe Gott „in der Wildnis und an urbanen Orten der Armut und Ausgrenzung“ gefunden. Auch heute suchten Menschen in ihrer Sinnsuche vor allem Erfahrungen des Lebendigseins.

Frerichs stellt sein Angebot der „Quest-Visionssuche“ vor. Dieses Ritual dauert zwölf Tage, davon vier Tage fastend und schweigend in freier Natur. Die teilnehmenden Menschen stehen zumeist gerade an einer Lebensschwelle wie etwa vor dem Eintritt ins Rentenalter oder nach einer Trennung. So waren auch die Ordensleute eingeladen, zu überlegen, an welcher Schwelle sie sich gerade befinden.

Mit dem Weg des Kreises (Lebensrad) verband der Referent die Vorstellung, dass Menschwerdung ein inneres und äußeres Durchleben der Jahreszeiten ist. Mit Visionssuche und Lebensrad-Gedanken stellte Frerichs eine Nähe zur westlichen Esoterik her. Zugleich verortete er sich klar christlich-franziskanisch.

Die Ordensleute zeigten sich sehr interessiert an der Visionsuche, Viele nahmen Impulse mit, wie etwa die Katharinaschwester Sr. Amanda Steffen. Sie habe festgestellt, dass sie wertvolle Anregungen aus dem Tag gewonnen habe, um künftig beispielsweise „bei einem Spaziergang durch den Klostergarten tiefer die Natur, die Schöpfung und mein Inneres zu berühren.“ Sr. Dietmara Ahlmann, Franziskanerin von Münster / St. Mauritz, bedankte sich für den „so inspirierenden, authentischen und von seiner Lebensform überzeugenden Referenten.“ Am Beginn des gemeinsamen Tages hatte eine Heilige Messe in der Mutterhauskirche gestanden. Diese hatten die Ordensratsmitglieder Pater Elmar Koch von den Salesianern Don Boscos und Pater Ephrem Maniyamprayil von den Benediktinern in Telgte gefeiert.

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