Warum auf dem Altar zwei besondere Kerzen brennen

Durch brennende Kerzen auf dem Altar ihrer Kapelle, die Schwester Antonia Spring hier anzündet, begleiten die Schwestern vom Guten Hirten ihre Gebete für andere – im Monat April besonders in den Anliegen, die auf www.haus-der-seelsorge.de eingetragen werden. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht

Wenn eine zusätzliche Kerze auf dem Altar in der Kapelle des Hauses vom Guten Hirten in Münster steht, hat das etwas zu bedeuten. „Wir zünden eine bestimmte Kerze an, wenn Menschen uns in einem wichtigen Anliegen um unser Gebet gebeten haben, und eine andere, wenn jemand hier aus dem Haus oder ein Bekannter im Sterben liegt oder gerade verstorben ist“, sagt Schwester Antonia Spring. Sie ist Konventsleiterin der Schwestern vom Guten Hirten, deren Kloster das Haus früher war. Bis heute leben zehn Frauen in der Gemeinschaft dort und bringen sich nach Möglichkeit in den Hausbetrieb ein. Im Montag April könnten sie die Kerze eigentlich durchgehend brennen lassen: Dann beten sie den ganzen Monat über für die Anliegen, die im Internetseelsorge-Portal www.haus-der-seelsorge.de eingetragen werden.

Die Kongregation der „Schwestern vom Guten Hirten“ (RGS) wurde 1835 in Frankreich gegründet. Unter Leitung von Generaloberin Schwester Maria Euphrasia Pelletier breitet sie sich in Europa und in Übersee aus. Seit 170 Jahren ist die Gemeinschaft am Münsteraner Standort am Mauritz Lindenweg vertreten.

Dabei hat sich hier in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel verändert. Ursprünglich betrieben die Schwestern ein Erziehungsheim, in dem sie später beispielsweise geflüchtete „Boat People“ aus Vietnam oder Kinder mit Behinderungen aufnahmen. „Wir haben uns immer danach gerichtet, wo Not ist“, erklärt Schwester Antonia.

Allerdings musste der Orden auf die zurückgehenden Zahlen der Schwestern reagieren. „Es gibt deutschlandweit noch 86 Schwestern, als ich eintrat, waren es rund 180 allein in Münster“, verdeutlicht Schwester Antonia. Deshalb überführte die Gemeinschaft das Haus vom Guten Hirten in eine Körperschaft öffentlichen Rechs. Heute befinden sich am Mauritz Lindenweg Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geistigen oder seelischen Behinderungen, ein Pflegebereich, eine Kindertagesstätte und ein Hotel, in dem Menschen mit Behinderung arbeiten. Die Schwestern, von denen Schwester Antonia mit 79 Jahren die jüngste ist, bringen sich ein, wo sie können, etwa als Sakristaninnen in der Kapelle, in der Wäscherei oder im Haushalt.

„Diese Veränderungen fallen uns schon schwer, weil man immer wieder etwas loslassen und abgeben muss, für das man lange gearbeitet hat“, sagt Schwester Antonia. Nicht nur in dieser Situation erfährt sie durch das Gebet Stärkung. „Das Vertrauen in Gott bringt mich weiter, mobilisiert mich“, meint sie. Dabei bedeute Beten nicht automatische Erhörung der Bitten, sondern es gehe „vor allem darum, die Anliegen vor Gott zu halten.“

Das machen die Schwestern auf deren Wunsch immer wieder auch mit Anliegen anderer Menschen, etwa für Bewohner oder Mitarbeiter des Hauses. Dieses fürbittende Gebet, betont Schwester Antonia, nehme man sehr ernst: „Es geht um das Weitergeben der Hoffnung, dass das Gespräch mit Gott etwas bringt.“ In diesem Sinne möchten sie und ihre Mitschwestern sich auch der Bitten aus dem „Haus der Seelsorge“ annehmen: „Wir werden sie in unsere gemeinsamen Gebetszeiten und in die tägliche Heilige Messe einbauen.“ Und dann wird sicher auch die Kerze für besondere Anliegen wieder auf dem Altar brennen.

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